Aktionsforschung

Aktionsforschung
Und auch innerhalb der Aktionsforschung bleiben einige Fragen offen. Die Aktionsforschung ist ein Sammelbegriff für alle Ansätze innerhalb der empirischen Sozialforschung, bei denen der Forscher seine Distanz zum Forschungsobjekt bewusst aufgibt. Der Sinn dieser Haltung liegt darin, um in der gemeinsamen Interaktion mit den Probanden gemeinsam ermittelte Erkenntnisinteressen zu verfolgen. Innerhalb dieser Art der Datengewinnung über Beziehungen und Strukturen geht der Forscher selbst soziale Beziehungen mit seinen Probanden ein. In der Regel versucht die empirische soziale Forschung die Prozesse und Wechselwirkungen auf der Beziehungsebene der Forschungskommunikation im Interesse der objektiven Erkenntnis zu neutralisieren. Doch mit diesem Interesse an der Erkenntnis konkurriert ein subjektives aber auch durchaus legitimes Interesse an einer Veränderung des Bestehenden.

Problemstellung bei der Aktionsforschung

Die Problemstellung des interpretativem Paradigma: Von der Annahme ausgehend, dass soziale Realität immer in bestimmten kulturellen Sinnzusammenhängen interpretierte Realität ist, dann stellt sich folgende Frage. Verfehlen nicht die etablierten Methoden der empirischen Sozialforschung ihr Ziel alleine schon deshalb, weil sie selbst die soziale Realität lediglich erfassen und durch Theorien zu erklären versuchen? Können die bedeutsamen Aspekte der gesellschaftlichen Wirklichkeit von jemandem erfasst werden, der kein handelndes Mitglied der untersuchten Gruppe der Probanden ist?
Natürlich sollen die hier vorgestellten kritischen Überlegungen zur empirischen Erhebung von Daten nicht zum Verzicht auf die Forschung führen. Aber sie können dazu beitragen, sich als Forscher nicht allzu intensiv auf eine Fixierung der sozialwissenschaftlichen Methoden einzulassen. Sie können dazu beitragen, die eigenen Methoden und Erkenntnisse immer wieder kritisch zu hinterfragen und zu prüfen.

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